wuala_logo-SIMPLE_240x160 Nun möchte ich einmal ein Programm/Dienst vorstellen, welche(s/n) ich sowie viele Menschen um mich herum schon seit etwa 2 Jahren benutzen: WUALA

Wuala ist eine Online-Festplatte, die jedem Benutzer kostenlosen Speicherplatz zur Verfügung stellt (Angefangen von 2GB bis hin zu mehreren 100GB!!). Dazu nutzt man eine in Java geschriebene Client-Anwendung die Plattformübergreifend (Windows, Linux, Mac OS) benutzt werden kann. Zudem gibt es die Möglichkeit auch über die Wuala Webseite auf Dateien von öffentlichen Gruppen, Profilen und Ordnern zuzugreifen. (Auch wenn die Entwicklung weiterhin im Beta Stadium ist, ist Wuala schon voll funktionsfähig und kann ohne Bedenken genutzt werden)

Wuala ist eine Entwicklung der aus der Schweiz stammenden Caleido AG. Im März 2009 schloss sich Wuala mit LaCie zusammen, einem Hersteller von externen Festplatten um „einen zukunftsweisenden Online-Speicher zu entwickeln und die Welt der Datenspeicherung zu revolutionieren“.

edit: Aufgrund des gestrigen Wuala-Updates und den damit verbundenen Änderungen habe ich diesen Artikel aktualisiert!

Wuala Screenshot (Registrierung)

Wuala Screenshot (Registrierung)

♦ Installation

Das Programm kann HIER heruntergeladen werden.

Anschließend benötigt man ein Benutzerkonto. Dieses kann man nach Installation des Clients ganz einfach erstellen.

Wuala stellt jedem Nutzer Anfangs 1GB Onlinespeicher zur Verfügung. Diese können jedoch schon verdoppelt werden, wenn bei der Registrierung folgender Promo Code eingegeben wird:

AMBGFC3A73AHKF7N3N3J

Dies ist mein Werbe-Code (Für die ersten 12 geworbenen neuen Wuala-Nutzer gibt’s 500MB – also bis zu 6GB für den Werber).

Ist dann die Registrierung abgeschlossen, so startet die Hauptoberfläche.

♦ Umgang mit Wuala

Wurde bei der Installation erfolgreich die Erweiterung „Dokan“ installiert, so bindet diese unter Arbeitsplatz/Computer ein Netzwerklaufwerk ein (ähnlich der File-System-Integrierung – FSI) über das direkt auf die Ressourcen des Wuala-Accounts zugegriffen werden kann. Zudem ist es dann auch möglich Dateien per Drag & Drop ins Wuala-Anwendungsfenster zu kopieren.

Sehr interessant ist auch die Möglichkeit Audio und Video-Dateien zu streamen. Man muss eine Videodatei nicht erst komplett herunterladen um sie anschauen zu können. Durch einfaches Doppelklicken auf die Datei wird diese „gecached“ und so bald wie möglich abgespielt. Dafür eignet sich das Abspielprogramm „VideoLAN“ sehr gut.

Nun aber erstmal weiter mit dem Wuala-Client ansich.

Zunächst einmal wird dort der Bereich „Meine Dateien“ angezeigt (Baumansicht rechts:Haussymbol gefolgt von Wuala-Benutzernamen). Hier können beliebig viele Ordner angelegt werden, in denen Dateien gespeichert werden können.

Sichtbarkeit

Sichtbarkeit

Für Ordner in Wuala kann/muss eine von drei „Sichtbarkeitseinstellungen“ festgelegt werden (Rechte Maustaste auf  den Ordner ->“Teilen…“):

  • Privat (Farbe Gelb): Standard für neuen Ordner. Auf diese Ordner und darin befindliche Dateien kann nur der Eigentümer zugreifen. Sie sind für keine weiteren Personen sichtbar.
  • Geteilt (Farbe Rot):  Interessanteste Sichtbarkeit, Eine Mischform von Öffentlich und Privat: Zugriff erhält nur der, für den dieser Ordner freigegeben wurde. Diese Freigabe kann einerseits für andere Wuala-Benutzer geschehen, die sich in der Freundesliste des Benutzers befinden. Andererseits kann ein Weblink, eine spezifische URL generiert werden und jeder, der diese URL kennt kann im Webbrowser auf den Ordner zugreifen (ein Geheimlink sozusagen).
  • Öffentlich (Farbe Blau): Dateien in solchen Ordnern sind für jedermann Sichtbar. Auch Fremde Personen können über die Suchfunktion auf diese Dateien stoßen. Zudem werden diese Ordner beim Profil des Nutzers aufgelistet.

Unter „Meine Freunde“ können die Profile der befreundeten Wuala-Nutzer eingesehen und auch auf freigegebene Ordner zugegriffen werden.

Des Weiteren gibt’s in Wuala Gruppen. Gruppen sind ideal um Dateien mit anderen Auszutauschen (Beispielweise für ein Projekt). Jeder kann beliebig viele Gruppen erstellen, in die dann z. B. Freunde eingeladen werden können.

Auch bei Gruppen gibt es verschiedene Sichtbarkeiten, die direkt beim erstellen der Gruppe festgelegt werden:

Wuala Screenshot 3 (Gruppe anlegen)

Gruppen erstellen

Inhalte von privaten Gruppen können im Gegensatz zu Denen öffentlicher Gruppen nicht von jedermann eingesehen werden.

Der Gründer einer Gruppe kann Personen aus seiner Freundesliste als Mitglieder für die Gruppe einladen. Nach Annahme der Einladung haben diese dann Zugriff auf die Gruppe.

(Den Gruppenmitgliedern kann eine von drei verschiedenen Rollen zugewiesen werden, welche Ihnen festgelegte Berechtigungen gibt. Darunter zählt, ob das Mitglied neue Mitglieder einladen darf, beliebig, oder nur eigene Dateien und Ordner in der Gruppe einfügen und löschen darf)

Zudem kann bei öffentlichen Gruppen noch definiert werden, ob Interessenten direkt der Gruppe beitreten dürfen, oder ob der Gruppenersteller (bzw. ein dazu berechtigtes Mitglied) den Gruppenbeitritt erst erlauben muss.

Interessant und für Jedermann betretbar ist beispielsweise die inoffizielle Gruppe der „Creative Commons“ (CC), in der unter CC-Lizenzen veröffentlichte Werke kostenlos und legal heruntergeladen werden können.

Zudem gibt es eine Kommentar-Funktion. Für jede Gruppe, jedes Userprofil, jeden Ordner und jede Datei lassen sich beliebig viele Kommentare schreiben um beispielsweise Dateiänderungen bekannt zu geben, oder über den Dateiinhalt zu diskutieren. Die Kommentarspalte kann durch die druck von F4 F12 auf der Tastatur ein- und ausgeblendet werden.

Sobald neue Ordner, Dateien oder Kommentare von anderen Usern in beigetretenen Gruppen oder Freundesprofilen erschienen sind, wird in der oberen Leiste ein grünes Symbol sichtbar erscheint links bei der Baumansicht,ganz oben, der Eintrag „Neu“ (Symbol mit Ausrufezeichen davor). Beim Klick auf Diesen wird eine Seite geöffnet, in der alle Neuerungen eingeteilt nach Gruppen und Personen aufgelistet sind.

Da nun Grundlegende Eigenschaften von Wuala erklärt wurden, möchte ich an dieser Stelle gerne weiter ins Detail gehen:

♦ Speicher tauschen

Die im Wuala gespeicherten Dateien werden nicht etwa direkt auf einem von Wuala gehosteten Server gespeichert. Nein! Hinter Wuala steckt unter anderem ein Peer-to-Peer Netz, das darauf aufbaut, dass Wuala Benutzer ihre nicht benötigten lokalen Festplattenressourcen freigeben. Ist die in den Optionen zu erreichende Option „Speicher tauschen“ aktiviert, und der Computer erfüllt die Voraussetzung, dass der Wuala-Client durchschnittlich mindestens 17% am Tag (4h) online ist, so werden Dateifragmente von anderen Usern in dem freigegebenen Speicherbereich zwischengespeichert. Dafür erhält der Nutzer, der seinen Speicher frei gibt, prozentual, abhängig von der Online-Zeit und der Größe der gespeicherten Daten Onlinespeicher für seinen Wuala-Account. (Das Ganze funktioniert auch schon, wenn Wuala nicht so lange online ist – nur wird so der freigegebene Speicher nicht benutzt und der Wuala-User erhält nur geringfügig mehr Onlinespeicher)

Unten stehende Abbildung zeigt exemplarisch, was mir das Speichertauschen bringt:

Ich verfüge über 3 Computer, auf denen jeweils 100GB zur Verfügung gestellt werden. Aktuell sind davon auf diesem einen Computer 10GB belegt (also >=10%) darum berechnet sich der verdiente Speicher direkt mit Onlinezeit * 100GB. Wenn man noch unter 10% Ausnutzung ist, so werden die 100GB  nur prozentual angerechnet.

Wer seinen Speicher ohne das Freigeben von Festplattenspeicher erweitern möchte, kann sich auch verschiedene Kontingente erkaufen. Der Speicher steht dann ab Kaufdatum für ein Jahr zur Verfügung.

Zum dem existieren von Zeit zu Zeit sog. „Promotion Codes“ die u.a. in Verbindung mit anderen Unternehmen zu Werbezwecken herausgeben werden. Nach Eingabe Eines dieser Promotioncodes erhält der User entweder zusätzlichen Onlinespeicher für ein Jahr (z. B. 1GB mehr) oder je nach Code auch Rabatt auf den Einkauf von Speicherkapazitäten. Sobald ich von neuen Promocodes erfahre, veröffentliche ich diese hier auf der Homepage.

♦ Sicherheit

Nun mag man meinen, dass ja dann jeder, bei dem die Dateifragmente gespeichert sind, Zugriff auf die privaten Dokumente der Anderen hätte. Dem ist nicht so, denn bevor eine Datei mit Wuala überhaupt hochgeladen wird, wird diese lokal verschlüsselt. Anschließend teilt Wuala die Datei in kleine Fragmente um Diese verteilt bei einer Vielzahl von Wuala-Benutzern und auf Wuala-Servern zu speichern. Dies geschieht sogar redundant, sodass sich die Datei immer noch wiederherstellen lässt, wenn einige der User zurzeit nicht online sind.

♦ Pro-Benutzer

Jeder der durch Freigeben von lokalem Speicherplatz, oder durch Kaufen von Onlinespeicher etwas zu Wuala beiträgt, erhält automatisch den Status „Pro-User“ bzw. „Pro-Benutzer“. Diese „Pro-Benutzer“ erhalten weitergehende nützliche Funktionalitäten:

  • Backup-Funktion:  Pro-User können Backup-Ordner anlegen, die sich nach festgelegten Zeiten regelmäßig mit lokalen auf dem Rechner befindlichen Ordnern synchronisieren. Der Nutzer kann im Wuala dann auf die Daten des Backup-Ordners zugreifen.Einstellungen dazu können auf der Seite „Backups“ gemacht werden, die über die linke Baumansicht zu erreichen ist. Diese Backup-Funktion funktioniert zurzeit nur uni-direktional also vom PC zu Wuala, was sich aber in einer zukünftigen Wuala Version ändern soll.
  • Datei-Versionierung: Wird dieselbe Datei in Wuala überschrieben oder verändert, so können Pro-Benutzer nicht nur die Datei nach letzten Stand öffnen, sondern es ist möglich auch einen früheren Zustand der Datei einzusehen. Dafür speichert Wuala alle Versionen/Veränderungen der Datei.
  • Zeitreise: Ein weiteres Feature, was den „Pro-Benutzern“ vorbehalten ist, ist die Zeitreisen-Funktion. Befindet sich der Nutzer beispielsweise in einem Ordner, in dem nach und nach Dateien ergänzt wurden, so hat Dieser die Möglichkeit durch Aktivieren der „Zeitreise“ einen horizontalen Schieberegler anzeigen zu lassen. Der Nutzer kann sich dann durch Verändern des Reglers einen älteren Zustand des Ordners anzeigen lassen. Die Zeitreise-Funktion lässt sich durch Ansicht -> Zeitreise (oder drucken der F8-Taste) aktivieren
  • Synchronisation: Seit Update der Wuala-Version (vom 19.08) ist es Pro-Usern nun Möglich mit Wuala auch Ordner von verschiedenen Rechnern zu synchronisieren. Ein Ordner kann auf der  „Sync“-Seite (zu erreichen über die links Baumansicht) hinzugefügt werden. Dieser gelangt dann zusätzlich in „Meine Dateien“. Wird Wuala auf einem anderen Rechner gestartet, so erscheint ein Hinweisfenster, welches dem Benutzer erlaubt, den Sync-Ordner auch auf diesem 2. System einzurichten. Werden dann Dateien von einem Rechner in diesem Ordner gespeichert, so synchronisiert Wuala automatisch auch den Ordner auf dem anderen System.

edit 20.04.2011: Ich bin noch auf eine interessante Master Thesis gestoßen, die sich um Wuala dreht. Wer des englischen mächtig ist, kann sich  Measurement Study of Wuala, a Distributed Social Storage Service Illustration von Thomas Mager anschauen.

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